Am Mittwoch den 14.07.2010 ging ein Alarm über die RLST Oberland bei der Bergwacht Lenggries ein. Ein Wanderer von einer Gruppe ist beim Abstieg vom Seekar vom Weg abgekommen und hängt im Steilgelände fest.    
Nach  telefonischer Rücksprache gab uns der Wanderer seinen vermuteten Ort bekannt, das deckte sich aber nicht mit den Geländebeschreibungen die er uns gemacht hatte. Somit machten wir uns ein eigenes Bild über dessen Aufenthaltsort und wie sich nachher herausstellte, lagen wir auch damit richtig. Mit zwei Teams fuhren wir entgegen seinen angegebenen Aufenthaltsort zu unseren vermuteten Einsatzort und hatten nach kurzem Aufstieg auch schnell Rufkontakt. Fortan arbeiteten wir uns von zwei Seiten in Richtung des Ursprungs der Rufe und nach ca. 20 min meldete eine Einsatzgruppe Sichtkontakt. Ein Seilgeländer wurde in dem Steilgelände aufgebaut und als der Einsatzleiter bei der Gruppe war begab sich auch gleich eine Frau der Gruppe in die med. Erstversorgung. Eine Gebirgstrage wurde noch für den Transport ins Tal angefordert weil die Frau mehrere Meter abgerutscht war und sich dabei verletzt hatte. Erst bei der Aufnahme der Personendaten wurde uns klar, dass wir gar nicht bei dem gemeldeten Einsatz waren. Somit teilten wir uns auf. Ein Team brachte die verletzte Frau mit Begleiter ins Tal, die verbleibenden zwei Bergwachtler nahmen wieder Rufkontakt zu dem Wanderer auf und näherten sich dem Mann weiter an. Nach 10 min hatten wir den Mann lokalisiert. Er saß auf einem Grat zwischen zwei Gräben und unter ihm war eine Felswand. Der Mann war wohlauf und wir seilten ihn über die Felswand ab. Anschließend brachten wir ihn auf den Steig zurück und begleiteten ihn nach Lenggries. Auf den Einsatz mit der Frau kamen wir zufällig. Der lag wenige Minuten zurück und war noch gar nicht gemeldet. Beide Einsätze lagen im Bereich des Sulzersteiges, die Frau war ca. 100m östl. vom Steig, der Mann ca. 200m westlich. Dadurch kam es zu der Vermischung der beiden Einsätze. Die Frau hatte Glück, weil bereits kurz nach dem Absturzereignis die Bergwacht schon zu Hilfe kam. Normalerweise hätte das länger gedauert weil in der Gruppe der Frau kein einziger ein Telefon dabei hatte und erst nach einem Fußmarsch, eines Gruppenmitglieds, ins Tal die Bergwacht informiert worden wäre.

 

Während beide Einsätze am Laufen waren ging noch ein dritter Notruf ein. In Vorderriß war ebenfalls ein Mann in steiles felsiges Absturzgelände geraten. Ein weiteres Team der Bergwacht Lenggries stieg zu dem erschöpften Mann auf und  seilte auch diesen über eine knapp 100m hohe Felswand ab. So war uns an dem Tag nicht langweilig. Drei aufwendige  Einsätze sind innerhalb zwei Stunden gemeldet worden und hat drei Teams auf Trapp gehalten und das an einem Wochentag wo alle Bergwachtler in der Arbeit sind. Nach 5 1/2 Stunden im Einsatz waren wir um 20:00 Uhr fertig und hüpften  zur Abkühlung in den Sylvensteinsee.